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NAHRUNGSKETTE: Watt - Sand - Vorland

Für viele Menschen ist ein Strand nichts weiter als eine große unbelebte Sandwüste, die sich allenfalls zum Sonnenbaden und zum Bau von Strandburgen eignet. Der Naturfreund weiß natürlich, daß das nicht stimmt. Er blickt sich suchend um und entdeckt neben dem Sandstrand auch noch das Schlickwatt und das Vorland.

Man braucht nur einmal die Scharen von Wat- und Wasservögeln beobachten, die sich längs des Flutsaumes, im schlickigen Watt oder im Vorland auf den Salzwiesen eifrig auf Nahrungssuche befinden. Die Vögel wissen genau, daß auf oder unter dem feinen Schlick und auf den Pflanzen im Vorland eine eigene Lebenswelt, und das bedeutet für sie Nahrung, besteht.

Der Sandstrand

Vor allem an den Badestellen Böhl, Dorf und vor allem in Ording findest du den typischen Sandstrand vor. Dieser Nahrungstisch ist nur mäßig gedeckt. Deshalb wirst du auf dem Strand gar keine und im überfluteten Teil nur wenige Wat-und Wasservögel sehen. Unter dem trockenen Sand kannst du an vielen Stellen braunen oder blauen Sand entdecken, manchmal stinkt er auch. Das sind keine Verunreinigungen, sondern kleine Algen, die für einen intakten Sandstrand typisch sind.

Das Sand- und Schlickwatt

Dieses Watt hat den Tisch reichlich für die Wat- und Wasservögel gedeckt! Man muß genau auf den feinen Sand oder vor allem dem Schlick schauen, wenn man die Tierwelt kennenlernen will. Im Schlick kannst du bei ruhigem Wetter die zahlreichen Lebewesen auf und unter dem Wattboden sehen, hören und erahnen. Blickst du in die Tümlauer Bucht und zum Westerhever Leuchtturm, so kannst du große Schlickwattflächen (Betretungsverbot - Zone 1 des Nationalparkes Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer) entdecken, die besonders gerne von vielen Wat- und Wasservögeln aufgesucht werden. In Süd (Dorf) triffst du auf richtiges Schlickwatt schon am ersten Priel, wenn du bei Ebbe rausgehst. Hier triffst du auf viele Gruppen und Einzelgänger der Wat- und Wasservögel. (Wanderst du weiter nach vorne an die Flutkante, gehst du wieder auf hartem Sand.)

Das Vorland

Wie reichhaltig der Nahrungstisch im Vorland auf den Salzwiesen gedeckt ist, wirst du dir vorstellen können, wenn du an andere Wiesen mit vielen Kräutern und Blumen denkst. Priele schlängeln sich durch die Salzwiesen. An ihren Rändern findest du wieder Schlickwatt. Im Bad kannst du von der langen Brücke aus direkt in das Vorland mit seinen Salzwiesen sehen. Zwischen dem Bad und dem Dorf gibt es eine große Fläche mit Vorland. An einigen Stellen werden Pferde gehalten, an anderen Stellen gibt es Salzwiesen, Schilfgürtel und Dünen. In Böhl gibt es die größte zusammenhängende Fläche mit Vorland (da weiden auch Kühe) und Salzwiesen (Betretungsverbot - Zone 1 des Nationalparkes Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer).

Vorland und Dünen

Meide in der Brutzeit (Mai/Juni) die zum Teil bewachsenen Flächen südlich und westlich vom Südstrand sowie die Vorlandflächen von Böhl. Denke daran, daß Wat- und Wasservögel schon auf große Entfernung hin (bis zu 150 Meter) auffliegen, wenn du zu nahe herankommst. Manchmal kommen sie nicht zur Ruhe und können so nicht lange genug auf ihren Eiern sitzen, um sie zu wärmen. Dann schlüpfen keine Jungen mehr aus. Schlage also einen großen Bogen! G.Pan '89/95

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